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Rennberichte

Schweizermeister Dillier und vier andere Schweizer starteten in die neue Saison – Laigueglia machte den Auftakt in die Rad-Saison

Silvan Dillier und sein Team schrieben in Laigueglia die Renngeschichte. Obwohl am Schluss drei Italiener auf dem Podium standen, konnte der Schweizermeister und sein neues Team “AG2R”- La Mondiale mit der gezeigten Leistung zufrieden sein. Der Spurt um den 14. Platz war auf jeden Fall für den Schweizermeister eine klare Sache. Bild: Neli Widmer

Das zum 55. Male ausgetragene Rennen «Trofeo Laigueglia» an der ligurischen Küste war nicht nur das erste Profi-Rennen der Saison 2018 auf italienischen Strassen. Vielmehr starteten mit dem Rennen auch gleich fünf Schweizer, darunter Schweizermeister Silvan Dillier, in die neue Saison.
Das mitten im Städtchen Laigueglia zu Ende gehende und über 200 km führende Auftaktsrennen zur italienischen Profi-Saison wurde auf einer neuen Strecke ausgetragen. Anspruchsvoll war besonders das mit einem steilen Aufstieg mitten in Laigueglia gespickte Finalstück, das viermal zu absolvieren war. Bis es auf diesen Schlussabschnitt ging, hatten Silvan Dillier und sein neues Team «AG2R-La Mondiale», darunter auch Nico Denz aus Waldshut-Tiengen direkt an der Schweizer Grenze, das Rennen in Griff. Drei Ausreisser waren rasch gestellt. Zu fünft in der Elferspitze gaben das neue französische Team um Dillier an der Spitze den Ton an. Als der Italiener Moreno Moser aus der Dynastie des früheren Weltmeisters Francesco Moser beim vierten und letzten Aufstieg jedoch zum Angriff blies, konnten die Mannen um Dillier nicht reagieren. Hier machte es sich bemerkbar, dass etliche der Gegner des Schweizermeisters schon einige Rennen in den Beinen hatten. Moser erreichte das Ziel mit einem Vorsprung von 43 Sekunden als klarer Sieger und konnte damit seinen Erfolg aus dem Jahre 2012 wiederholen. Mit Paolo Toto und Matteo Busato fuhren zwei weitere Italiener zur Freude des in grosser Zahl aufmarschierten Publikums auf die Ehrenplätze.

«Es hat Spass gemacht»

Als bester Schweizer errang der Luzerner Roland Thalmann den achten Platz. Der Sohn des früheren Profis Julius Thalmann hat auf diese Saison ins Team «Voralberg» gewechselt. Ihm kam als gutem Bergfahrer der Schluss-Rundkurs zu gute. Silvan Dillier erreichte als 14. das Ziel. Mit diesem Ergebnis zeigte sich der amtierende Schweizermeister zufrieden: «Es war mein erstes Rennen in dieser Saison. Zudem fuhr ich erstmals mit meinen neuen Team-Kollegen, mit denen ich in den letzten Wochen in Spanien und auf den Kanarischen Inseln gut trainierte, ein Rennen. Auch wenn wir am Schluss nicht ganz vorne waren, hat es Spass gemacht, mit meinen neuen Teamkameraden ein Rennen zu bestreiten».

Gleich weiter in Spanien

Die Mannschaft um Silvan Dillier zeigte in Laigueglia in der Tat eine gute und harmonische Leistung. Sie schrieb die Geschichte des Rennens. Wie es im Radsport allerdings oft ist, schlug sich dieser Effort am Schluss nicht in den Resultaten nieder. Auf der gezeigten Leistung lässt es sich jedoch aufbauen. Silvan Dillier und seine Teamkollegen haben dazu in nächster Zeit genügend Gelegenheit. Ab dem 14. Februar, steht das Team um Schweizermeister Dillier an der Routa del Sol in Spanien im Einsatz. Dann geht es mit Rennen in Belgien (Het Omloop und Kuurne-Brüssel-Kuurne) und in Italien (Strade Bianchi und Tirreno-Adriatico) Schlag auf Schlag weiter. Mit Mailand-San Remo wird am 17. März in die Klassiker-Saison gestartet.

Start in die neue Saison

Nicht nur für Dillier und Thalmann war Laigueglia gleichbedeutend für den Start in eine neue Profi-Saison, sondern auch für drei weitere Schweizer. Im Gegensatz zu ihren beiden Landsleuten hielten Matteo Badilatti, Lorenzo Delco und Lukas Spengler allerdings nicht bis ins Ziel durch. Von den 141 zur Saisonpremiere gestarteten Fahrern beendeten nur deren 42 das Rennen. Eine grössere Gruppe wurde von der Jury nicht mehr auf die letzte Runde des Schlussabschnittes gelassen. Im Gegensatz zu den Querfeldeinrennen wurden diese aus dem Rennen genommenen Fahrer nicht klassiert, sondern wurden als «aufgegeben» aufgeführt.
Zu den Fahrern, die in Laigueglia ihr Debüt in der obersten Kategorie der Strassenfahrer gaben, gehörten die letztes Jahr noch für «Mendrisio» fahrenden Matteo Badilatti und Lorenzo Delco. Der Bündner Matteo Badilatti, im Jahre 2017 Zweiter des Bergrennens Amsteg-Bristen, ist einer von fünf Schweizern, die dieses Jahr für das Conti-Team «Vorarlberg» fahren. Geleitet wurde diese Mannschaft in Laigueglia von Marcello Albasini. Lorenzo Delco fährt in dieser Saison für das italienische Conti-Team «Biesse Carrera». Badilatti und Delco gaben in Laigueglia ebenso vorzeitig auf wie der für das belgische Pro-Conti- Team «WB Aqua Protect Veranclassic» fahrende Lukas Spengler. Der Schaffhauser hatte bereits zwei Rennen in Frankreich bestritten und war damit in Laigueglia der einzige Schweizer, der mit Rennkilometern in den Beinen an den Start ging. Spengler ging gleichwohl nicht optimal an den Start: «Nachdem ich im Januar, auch in Spanien, gut trainieren konnte, machte mir die Witterung anfangs Februar zu Hause zu schaffen. Prompt zog ich mir eine Erkältung zu». Spengler, der in Belgien mit seinem Team an einigen klassischen Rennen fahren wird, konnte diese Erkältung beim kurzen Abstecher ans sonnige Mittelmeer nicht auskurieren. Vielmehr musste er einsehen, dass ein etwas reduzierter Gesundheitszustand auch zu Saisonbeginn nicht für Spitzenresultate reicht. Das Saisoneröffnungsrennen von Laigueglia hat gezeigt, dass bei den Schweizer Radprofis gute Ansätze vorhanden sind. Steigerungspotential gibt es
allerdings noch bei den meisten von ihnen.

Mit Schweizermeister Silvan Dillier, Lukas Spengler (Team WB Aqua Protect Veranclassic) und Roland Thalmann (Team Voralberg) starteten in Laigueglia drei Schweizer in die neue Saison.

Bericht: August Widmer

Fotos: Neli Widmer

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